Numark NS-6 oder Pioneer DDJ-S1? Ein Vergleich

NS-6 vs. DDJ-S1

Im Zuge einer Neuanschaffung eines High-End Controllers für die neue Version von Serato´s ITCH stolpert man unweigerlich über die beiden Flagschiffe der Häuser Pioneer und Numark.

Wir haben die Numark NS-6 einmal zu einem Direktvergleich mit der Pioneer DDJ-S1 herangezogen… hier nun das Testergebnis.

NS-6 vs. DDJ-S1

Die Ausgangslage

Angenommen wurde in diesem Falle, dass wir eine neue Konsole im High-End Bereich für ITCH anschaffen wollen. Die beiden neuen Monster von Pioneer und Numark sind Mitte 2011 gegeneinander angetreten, um im Profibereich jeweils den Benchmark zu setzen.

Man muss gleich vorweg nehmen, dass der Kampf ein ungleicher ist, da die NS-6 von Haus aus als 4-Kanalcontroller daherkommt und auch komplett autark als Mischpult benutzt werden kann – der Pioneer DDJ-S1 hingegen versteht sich als DJ Controller im klassischen Sinne: 2 Channels, aber das auf höchstem Niveau.

 

Größe und Gewicht

Die kleinsten sind sie beide nicht, vielmehr eher die größtem auf dem Markt. Das lässt üppig Platz für Fader, Potis und vieles mehr… und gleichzeitig wirft es für den DJ von heute eine wichtige Frage auf: Wie, zum Geier, soll ich das Teil samt Rechner, Kopfhörer und Kabelage bitteschön in den Club transportieren? Wir haben beide Controller mehrfach im Clubbetrieb getestet; denn dafür sind sie da. Und wir hatten ein kleines Transportproblem, denn Tragetaschen werden bei beiden nicht mitgeliefert und unsere vorhandenen Taschen sind zu klein. Mit dem XL Trolley von Magma ging es dann doch, aber wie gesagt: handlich ist anders. Andererseits: stellt man sich einmal vor, die Dinger stünden schon im Club – wir würde nirgendwo anders mehr auflegen wollen. Insbesondere beim Numark könnten Club- und Barbetreiber gerne einmal darüber nachdenken.. immerhin kommt ein wirklich passables Mischpult gleich mit. Genug palavert, hier die Fakten:

NS-6: 34 x 60 cm, 6.33 kg. Das ist kleiner als die DDJ-S1, aber schwerer. Dafür ist das Gehäuse aus Metall und macht einfach einen besserern Eindruck

DDJ-S1: 32 x 68 cm, 5 kg. Das ist größer als die NS-6, aber dafür auch ein gutes Kilo leichter. Das Gehäuse ist aus Kunststoff und klassisch im Pioneer Stil

 

Haptik

Fangen wir beim Pioneer an: Fühlt sich an wie Pioneer. Die Potis, die Wheels, die Fader: alle wie bei den CD Playern und Mischpulten. Manche finden das super, manche nicht so – Geschmackssache. Jedenfalls ist hier alles tiptop verarbeitet, griffig und gut.

Gleiches Spiel bei der NS-6: Fader, Potis, Schalter – alles erste Sahne. hier sind die Potis sogar gummiert, ebenfalls Geschmackssache, aber sehr griffig und gut. Vorbildlich: Der Crossfader ist austauschbar.

Die Wheels sind bei der NS-6 aus Metall und reagieren einwandfrei; die Pioneerkosole kommt mit Wheels aus Kunststoff  und griffigem Rand. Eine Bremse bzw. Härteneinstellung lassen beide Konsolen vermissen – klarer Minuspunkt; das sollte in der Preisklasse an sich drin sein.

 

Klang

Das geht schnell: Top. Laut. Glasklar. So soll es sein. Alle beide.

NS6 vs. DDJ-S1 Back

Anschlüsse

hier kommt sie nun, die Revuevorstellung der NS-6. Fangen wir mal damit an, was beide Konsolen haben:

  • Netzteil (12V bei Numark, 5V bei Pioneer; netzteile liegen jeweils bei und ohne laufen beide nicht)
  • Master Out Balanced (XLR) und Master 2 (Cinch)
Nun zum DDJ-S1:
  • 2x Mic in (einer oben mit XLR, einer vorne über Klinke)
  • Aux in (Cinch, auf der Rückseite)
NS-6 bietet dann noch:
  • Booth Out (Wichtig, super und toll und fehlt bei der DDJ-S1 und auch der Traktorversion DDJ-T1. Warum ist uns ein Rätsel)
  • In 1 (Line, Phono, Cinch)
  • In 2 (Line, Phono, Cinch)
  • In 3 (Line, Mic, Cinch / Klinke)
  • In 4 (Line, Mic, Cinch / Klinke)
Klarer Punktsieg für die NS-6, das erklärt auch die 1,6 kg Mehrgewicht. Wie gesagt: Gerade für eine Festinstallation bietet sich das Teil echt an. Würde die DDJ-S1 auch, aber dann braucht man immer noch einen externen Mixer für Booth und mehr als 1 externes Gerät.

 

Bedienbarkeit

 

Zusammengefasst: Top, und zwar bei beiden. Man könnte das jetzt groß ausklamüsern welcher Controller wo seine CUE -Buttons und Loopbuttons sitzen hat… oder sich einfach die jeweiligen Einzelartikel anschauen, wenn man seinen Favoritan hat. Hier gehts zum DDJ-S1, hier zur NS-6. Fakt ist, dass beide Geräte einen perfekten Zugriff auf alle wichtigen Funktionen bieten; seien es die Cuepunkte oder die Effektsektionen. Alles ist super gegliedert und mit beiden hat man sich schnell eingegrooved. Oder anders gesagt: Wir haben beide mit in den Club zum Auflegen genommen und konnten jeweils ohne große Starprobleme losrocken und zu keiner Zeit Probleme mit der Bedienbarkeit. Jeder DJ weiß jetzt genau was wir meinen. Plug&Play, hin&mit, Hinz&Kunz. Läuft!

 

Mecker Ecke

 

Nobody is perfect, auch nicht die beiden getesteten Flagschiffe. Aber viel isses nicht, soviel sei gesagt.
NS-6:
  • Die Potis an der Gehäusefront sind nicht eindrückbar. Das erhöht die Chance, das sie irgendwann trotzdem eingedrückt werden – oder eben abgerissen.
  • Man könnte die Mastersektion auch irgendwo oben hinverfrachten – so mitten zwischen den Channel EQs kann man sich in der dunklen Disco leicht mal vergreifen und die Musik ist aus oder der Monitor durchgeschossen.
  • Kein Tasche mitgeliefert. Grüße ans Marketing, Upselling ist zwar ein tolles Wort im Vorstandsmeeting; Kundenfluktuation dafür eher nicht.
DDj-S1:
  • Kein Booth Out. Warum? Warum nur?
  • Plastik fantastik. Leicht, okay. Aber schon viel Plastik. Die Konkurrenz wirkt edler.
  • Keine Tasche mitgeliefert; aber das ist bei Euch Firmen ja scheinbar so üblich.
  • Pioneerqualität, leider zu NASA-Preisen. Aber dafür seid ihr ja leider sowieso schon bekannt.
Fazit:
Jeder, der eines der beiden Geräte sein Eigen nennen darf, ist ein glücklicher Mann und hoffentlich auch ein guter DJ, der den Geräten keine Schande macht. Das größte Problem beider Controller ist und bleibt die Transportfrage. Ist diese aber einmal gelöst, gibt es nur wenig negatives. Top Klang, super Handling… so macht digitales DJing Spaß.
Achso, Ihr wollt eine Empfehlung? Okay, here we go:
Wir würden bei der Wahl zwischen der Pioneer DDJ-S1 und der Numark NS-6 zur Numark greifen. Here is why:
Die Numark liefert ein riesiges Funktionsgimmik mehr als die Pioneer (Stand-alone-4Channel Mixer), und das zu einem günstigerem Preis. Numark 999€, Pionner 1290€.
Zudem wirkt sie einfach etwas edler und hat kleiner Abmessungen. Dennoch ist dieses Urteil sehr knapp und auch nicht so richtig fair, da der Pioneer einfach anders konzeptioniert ist.

 

In anderen Worten: beides tolle Geräte, der eine noch mit Mischpult und der andere dafür in bekannter Pioneer-Haptik. Wer die Wahl hat…….

 

Hier noch die Links zu Amazon:

Pioneer DDJ-S1

 

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